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Kultur

Wenn das neue Buch von einer KI geschrieben wurde

Wie erkennt man, ob ein Buch von einer KI verfasst wurde? Salzburger Lektorinnen und Lektoren teilen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zu diesem Thema.

vonPhilipp Schneider27. Juni 20263 Min Lesezeit

In der Welt der Literatur gibt es ein spannendes Phänomen, das sich in den letzten Jahren immer mehr bemerkbar macht: Bücher, die von Künstlicher Intelligenz (KI) geschrieben werden. Das ist kein Science-Fiction-Szenario mehr, sondern Realität. Aber wie erkennt man eigentlich, ob ein Buch von einer KI verfasst wurde? Das habe ich mich gefragt, als ich mit einigen Lektorinnen und Lektoren aus Salzburg sprach.

Es ist ein sonniger Nachmittag, als ich in einem kleinen Café in der Altstadt von Salzburg sitze. Die Lektorinnen und Lektoren, die ich getroffen habe, sind allesamt erfahren und haben zahlreiche Manuskripte in der Hand gehabt. Sie wissen also, worauf man achten muss.

„Erstens“, sagt eine der Lektorinnen, „die Sprache einer KI ist oft zu perfekt. Manchmal ist es, als würde man mit einem Computer reden. Es fehlt der menschliche Touch.“ Sie klingt skeptisch. Das kann ich gut nachvollziehen. Bei vielen KI-Texten habe ich auch schon das Gefühl gehabt, dass da etwas fehlt. Eine Seele, eine Emotion.

Ein Kollege nickt zustimmend. „Es gibt oft ein Muster in der Struktur. KI tendiert dazu, sich wiederholende Sätze oder Gedanken zu produzieren. Das macht die Lektüre manchmal ermüdend.“ Das klingt nach einem klaren Hinweis. Man denkt, es könnte an den algorithmischen Prozessen liegen, die der KI zugrunde liegen. Wenn man einen menschlichen Autor mit seinen persönlichen Erfahrungen und Emotionen betrachtet, wird die Differenz deutlich.

Ein weiteres Zeichen, das auffällt

Ein weiterer Punkt, den die Lektorinnen ansprechen, ist der Mangel an Tiefe. „KI schafft es nicht immer, komplexe Themen wirklich zu durchdringen. Oft bleibt es bei einer oberflächlichen Behandlung. Da fehlt der Blick hinter die Kulissen“, bemerkt eine Lektorin. Das kann tatsächlich frustrierend sein, besonders wenn man sich auf eine tiefgründige Geschichte gefreut hat.

„Manchmal merkt man es auch an der Charakterentwicklung“, fügt ein Lektor hinzu. „KI hat Schwierigkeiten, glaubwürdige und vielschichtige Figuren zu schaffen. Man bekommt oft das Gefühl, dass diese Figuren nicht wirklich leben.“ Das kann für Leser enttäuschend sein, die in die Geschichten eintauchen möchten.

Aber nicht nur die Inhalte sind entscheidend; auch die Schreibweise ist ein wichtiger Aspekt. „Wenn der Schreibstil keinen persönlichen Einfluss zeigt oder keine individuelle Stimme hat, könnte das ein Hinweis sein“, sagt eine Lektorin und lächelt dabei. Ich kann nicht anders, als zuzustimmen. Es gibt viele Autoren, die einen unverwechselbaren Stil haben, der sie von anderen abhebt. Ein KI-Text könnte da glatt und unpersönlich wirken.

„Trotzdem sollte man nicht zu vorschnell urteilen“, warnt ein Lektor. „Manchmal ist es wirklich schwer zu sagen. Die Technologie entwickelt sich ständig weiter. Was heute offensichtlich ist, könnte morgen schon nicht mehr zutreffen.“ Die Unsicherheit ist ein ständiger Begleiter in dieser schnelllebigen Welt der Literatur.

Ich kann mir vorstellen, dass viele Leser in der Zukunft zunehmend darauf achten werden, wie und von wem ein Buch geschrieben wurde. Das Interesse an der Authentizität von Literatur könnte weiter wachsen. Ob das gut oder schlecht ist, ist eine andere Frage. Vielleicht wird es zu einem neuen Standard, dass Leser sich ausdrücklich für Werke menschlicher Autoren entscheiden, um den persönlichen Bezug zu suchen.

Zum Schluss frage ich die Lektorinnen und Lektoren, ob sie schon auf ein Buch gestoßen sind, das sie für KI-geschrieben halten. Eindeutige Antworten erhalte ich nicht. „Es gibt viele Texte, bei denen ich mir unsicher bin“, sagt eine Lektorin. „Aber ich denke, wir sind noch nicht ganz an dem Punkt, wo wir das wirklich verlässlich erkennen können.“

So sitze ich da und denke über unsere Unterhaltung nach. Die Frage bleibt: Wird es in Zukunft noch möglich sein, die Handschrift des Menschen von der Maschine zu unterscheiden? Die Literatur bleibt spannend, das steht fest. Daher bleibt es abzuwarten, wie sich das Ganze entwickeln wird.

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